Unternehmensbesuch & Diskussion: Dresdner Kaffee und Wintersport

Wer kennt das nicht: Wenn es mal wieder später wird, dann rettet uns ein kräftiger Kaffee durch den Abend. So auch gestern, als wir die Dresdner Kaffee+Kakao Rösterei im Norden der Landeshauptstadt besuchten. Dessen Geschäftsführer, Herr Stefan Meyer-Götz, hatte sich dankenswerterweise die Zeit genommen, um uns durch seinen Betrieb zu führen und sein 26-köpfiges Unternehmen vorzustellen. 

Mit im Publikum war einer der Organisatoren des Dresdner Skiweltcups, Herr René Kindermann, welcher uns im Anschluss als Gesprächspartner zur Verfügung stand. Schwerpunkt der Diskussion waren die Ausrichtung, Wirtschaft-lichkeit und Zukunft des Dresdner Skiweltcups. Aber was verbindet die Rösterei und den Dresdner Skiweltcup? Ganz klar: Der unternehmerische Ehrgeiz und die Leidenschaft für das Geschäft am Standort Dresden aber auch Hemmnisse und Probleme mit der Stadtverwaltung.

„Hier wird noch aus Leidenschaft geröstet!“, war das klare Statement des Geschäftsführers der Rösterei. Das ist bei dem Standort Dresden auch nicht verwunderlich. So tragen die Landeshauptstadt und der Freistaat den Stempel „Kaffee-Sachsen“. Aber trotz aller Leidenschaft zum Gewerbe wird auch hier in der Rösterei eine ausufernde und ausbremsende Bürokratie seitens der Kommune beklagt. Vorschriften und schleppende Vorgänge machen den Gewerbealltag nicht immer leicht. Daneben gestalten Zollvorschriften für den internationalen Vertrieb das Geschäft zunehmend schwieriger und machen andere Standorte im Ausland attraktiver. Nicht zuletzt ist auch die „Kaffee-Steuer“ von 2,90 Euro auf einen Kilogramm geröstete Kaffeebohnen gerade für kleinere Röstereien ein Problem. Um konkurrenzfähig mit Industrieröstereien im In- und Ausland zu bleiben, setzt daher die Dresdner Rösterei auf höchste Qualität bei Bio-Bohnen aus der ganzen Welt und im eigenen Röstvorgang. Das hat sich für die Kaffee und Kakao Rösterei Dresden ausgezahlt: Im Jahr 2011 wurde sie unter rund 1500 Konkurrenten als Rösterei des Jahres ausgezeichnet. 

 

Wir meinen zu Recht! Denn: Die Qualität und die unternehmerische Leidenschaft riecht und vor allem schmeckt der Kaffeeliebhaber. 

Die Leidenschaft zum Geschäft aber auch den Kampf gegen die Bürokratie kennt der Organisator des Dresdner Skiweltcups nur zu gut. Im Januar 2018 fand das Event erstmals auf dem Dresdner Königsufer statt. Dessen Organisator und unser Gast gab uns dazu einen ersten Managementreport. So wurde alleine durch die Fernsehübertragungen (ohne social media!) rund 53 Millionen Menschen im In- und Ausland erreicht. Das brachte der Landeshauptstadt eine Werberelevanz im Wert von etwa 3,18 Millionen Euro ein. Dieser hypothetische Wert wäre seitens der Stadt nötig gewesen, um eine dem Skiweltcup entsprechenden Reichweite im Fernsehen selbst zu generieren.  Folglich war der Cup für die internationale Vermarktung Dresdens ein voller Erfolg. Aber auch die Auftragsvergabe zur Ausrichtung war ein regionaler Event. So wurden 85 Prozent aller Aufträge an ansässige Unternehmen vergeben. Daneben hat sich der Skiweltcup auch in der Dresdner Tourismusauslastung widergespiegelt. 35 Prozent mehr ausländische Touristen wurden während der Veranstaltung verzeichnet und auch im Folgemonat war noch ein Anstieg um 17% messbar. Somit hat der Skiweltcup gezeigt, dass die ganze Stadt davon profitiert!

 

Dennoch gilt für den Skiweltcup und für die Dresdner Rösterei, dass bürokratische Hemmnisse abgebaut werden müssen. So wurden für den Organisator des Cups teils kleinste Vorschiften und Regularien zu beispielsweise Sondernutzungsgebühren oder Grünflächennutzung ein teures und umständliches Unterfangen.

 

Als Fazit bleibt: Auch wenn der Cup für die nächsten Jahre gesichert ist, so ist der Ehrgeiz, ein derartiges Großevent auszurichten endlich. Eine ähnliche Einsicht gilt auch für die Dresdner Kaffee und Kakao Rösterei. Beide Unternehmer haben im Ergebnis äußerst deutlich gemacht, dass sich andere Städte attraktiver vermarkten und unternehmerfreundlicher agieren. Denn alleine von der Leidenschaft zum Geschäft und der Liebe zum Standort lässt sich nicht dauerhaft leben. Stattdessen muss sich der Standort selbst einladend(er) und attraktiv(er) gestalten. Hierbei hat Dresden im eigenen Marketing und im Bürokratieabbau noch einiges zu lernen, um in Zukunft attraktiv(er) zu werden.

 

Wir danken der Dresdner Kaffee+Kakao Rösterei für den Besuch, dem Geschäftsführer der K + M Kaffee und Maschinen GmbH für die Führung und dem Organisator des Skiweltcups für die spannenden Einblicke und die intensive Diskussion.

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