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MIT-Veranstaltung zum Thema „KI trifft KMU – Begreifen, Anwenden, Profitieren“

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MIT-Veranstaltung zum Thema „KI trifft KMU – Begreifen, Anwenden, Profitieren“

Die Mittelstands- und Wirtschaftsunion Dresden (MIT Dresden) lud am 29. September zu der Veranstaltung „KI trifft KMU – Begreifen, anwenden, profitieren“ ein. Ziel war es, kleinen und mittleren Unternehmen einen praxisnahen Einblick in die Chancen und Herausforderungen der Künstlichen Intelligenz zu geben.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den MIT-Kreisvorsitzenden Ingo Flemming, betonte Ulrich Goedecke, stellvertretender Hauptabteilungsleiter der Geschäftsführung/Grundsatzfragen der Handwerkskammer Dresden dass gerade für das regionale Handwerk das Verständnis und die Anwendung moderner Technologien entscheidend für Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum seien.

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Die Impulsvorträge von Dirk Spannaus, Geschäftsführer der twentyZEN GmbH und Stefan Queißer, Mitgründer der ostec GmbH machten deutlich, dass sich klassische regelbasierte Systeme, die auf starren Wenn-Dann-Regeln beruhen, grundlegend von modernen KI-Systemen unterscheiden. Während erstere unflexibel bleiben und keine selbstständige Weiterentwicklung ermöglichen, können KI-Modelle selbständig lernen, große Datenmengen analysieren und daraus Prognosen ableiten.

Ein Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Verbreitung und Nutzung von KI. Statistiken belegten, dass in Westdeutschland bereits 71 Prozent der Unternehmen KI einsetzen, während es im Osten lediglich 52 Prozent sind. Diese Unterschiede veranschaulichen bestehende regionale Disparitäten bei der Digitalisierung. Ergänzend wurde der „Hype Cycle for Artificial Intelligence 2025“ vorgestellt, der verschiedene Technologien in ihrer Entwicklungs- und Reifephase verortet. Demnach befinden sich Technologien wie Generative AI oder Foundation Models aktuell auf dem Höhepunkt der Erwartungen, während andere Entwicklungen den produktiven Einsatz bereits erreichen.

Neben Potenzialen wurden auch Hemmnisse aufgezeigt. Eine Befragung unter IT-Entscheidern ergab, dass unklare Rechtslagen (41,1 Prozent) und Sicherheitsbedenken (40,8 Prozent) die größten Hürden darstellen. Hinzu kommen fehlendes Know-how bei Mitarbeitenden, unklare Geschäftsmodelle, komplexe Abstimmungsprozesse sowie langwierige Genehmigungen und Verwaltungsaufwand. Auch geringe staatliche Anreize, unzureichende Rechenkapazitäten und fehlende Unterstützung für KMU bremsen die Umsetzung.

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Besonderes Augenmerk galt den konkreten Anwendungsfeldern, mit denen Unternehmen durch KI und Automatisierung ihre Effizienz steigern können. Genannt wurden Verwaltungsaufgaben, vorausschauende Wartung, Chatbots und Kundenservice, Nachfrage- und Bestandsprognosen, Lead- und Vertriebsqualifizierung, Personaleinsatz- und Schichtplanung sowie die Erstellung und Übersetzung von Inhalten. Interessante Einblicke konnten die Gäste in die Arbeit der automatisierten Sprachtranskription und Protokollierung von Meetings erhalten, durch den Schlussredner des Abends: Dr. Felix Gräßer von alphaspeech.

Im Anschluss an die Vorträge folgte eine angeregte Diskussion, die von Dietmar Kunze, Geschäftsführer der Ellipsis GmbH moderiert wurde.

Die Botschaft an die Teilnehmenden war eindeutig: Es lohnt sich, KI selbst auszuprobieren, Mitarbeiter zu schulen, bestehende Softwarelösungen zu prüfen und aktiv Anbieter nach maßgeschneiderten Lösungen zu befragen. Die Veranstaltung machte deutlich, dass Künstliche Intelligenz mittelständischen Unternehmen erhebliche Chancen eröffnet, sei es durch Kostensenkungen, Produktivitätssteigerungen oder neue Geschäftsmodelle. Zugleich wurde klar, dass die Einführung nicht ohne begleitende Maßnahmen in den Bereichen Recht, Qualifizierung und Förderung gelingen kann. Der Abend lieferte den Teilnehmenden wertvolle Einblicke in den aktuellen Stand der Technologie und vermittelte Impulse, wie KI Schritt für Schritt in die Praxis überführt werden kann.