In seinem Vortrag analysierte Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schufft (ehemals TU Chemnitz) die ehrgeizigen Ausbauziele der Bundesregierung im Rahmen des Osterpakets – und zeigte deren Grenzen auf. Insbesondere wies er darauf hin, dass der erwartete Energiebedarf für das Jahr 2030 deutlich zu niedrig prognostiziert sei. Die derzeitigen Ziele zur Energieerzeugung könnten nur erreicht werden, wenn überschüssige Energie vollständig und verlustfrei gespeichert werden könne – eine Technologie, die derzeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.
Besonders kritisch bewertete Schufft die geplante Abschaltung von grundlastfähigen Energiequellen wie der Kernenergie. Die Differenz zwischen der maximalen Residuallast (90 GW) und der vorgesehenen Leistung der Gaskraftwerke (70 GW) lasse eine signifikante Versorgungslücke erkennen. Aus seiner Sicht ist eine verlässliche Stromversorgung ohne den Erhalt von Kernenergie schwer realisierbar.
Im Zentrum seiner Forderungen standen eine technologieoffene Energiepolitik, realistische Zielsetzungen zur CO₂-Reduktion, der Abbau ideologischer Hürden sowie marktwirtschaftliche Anreizsysteme statt regulatorischer Verbote. Seine Mahnung: Nur eine wirtschaftlich tragfähige Energiewende kann langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sichern.