Img 0579

Rückblick: 22. MIT - Wirtschaftsforum: „WATT NUN, DEUTSCHLAND? – Energiewende zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

Img 0604

Rückblick: 22. MIT - Wirtschaftsforum: „WATT NUN, DEUTSCHLAND? – Energiewende zwischen Anspruch und Wirklichkeit“

Unter dem Titel „WATT NUN, DEUTSCHLAND? – Energiewende zwischen Anspruch und Wirklichkeit“ fand am 17. November 2025 das 22. Wirtschaftsforum der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) Dresden im Institut für Holztechnologie statt. Der Einladung folgten zahlreiche Gäste aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft, um die aktuellen Herausforderungen der deutschen Energiepolitik zu diskutieren.

Img 0578

In seinem Vortrag analysierte Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schufft (ehemals TU Chemnitz) die ehrgeizigen Ausbauziele der Bundesregierung im Rahmen des Osterpakets – und zeigte deren Grenzen auf. Insbesondere wies er darauf hin, dass der erwartete Energiebedarf für das Jahr 2030 deutlich zu niedrig prognostiziert sei. Die derzeitigen Ziele zur Energieerzeugung könnten nur erreicht werden, wenn überschüssige Energie vollständig und verlustfrei gespeichert werden könne – eine Technologie, die derzeit nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung steht.

Besonders kritisch bewertete Schufft die geplante Abschaltung von grundlastfähigen Energiequellen wie der Kernenergie. Die Differenz zwischen der maximalen Residuallast (90 GW) und der vorgesehenen Leistung der Gaskraftwerke (70 GW) lasse eine signifikante Versorgungslücke erkennen. Aus seiner Sicht ist eine verlässliche Stromversorgung ohne den Erhalt von Kernenergie schwer realisierbar.

Im Zentrum seiner Forderungen standen eine technologieoffene Energiepolitik, realistische Zielsetzungen zur CO₂-Reduktion, der Abbau ideologischer Hürden sowie marktwirtschaftliche Anreizsysteme statt regulatorischer Verbote. Seine Mahnung: Nur eine wirtschaftlich tragfähige Energiewende kann langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland sichern.

Img 0585

Dr. Axel Cunow, Finanzvorstand der SachsenEnergie AG, gab in seinem Vortrag einen fundierten Einblick in den aktuellen Stand des Energienetzes sowie die Herausforderungen und Perspektiven der Energieversorgung in Sachsen. Dabei betonte er die strategischen Ziele des Unternehmens, insbesondere das ambitionierte Vorhaben, mittelfristig 20 Prozent der Energieversorgung in ganz Sachsen zu übernehmen. Cunow verdeutlichte, dass SachsenEnergie nicht nur auf den flächendeckenden Ausbau erneuerbarer Energien setzt, sondern auch gezielt in Netzstabilität, Digitalisierung und regionale Partnerschaften investiert, um als kommunaler Versorger eine tragende Rolle in der Energiewende zu spielen.

Das Wirtschaftsforum der MIT Dresden bot den Teilnehmenden nicht nur fundierte Einblicke in die energiepolitische Lage, sondern auch Raum für Diskussion und Vernetzung bei einem anschließenden Buffet. Die Veranstaltung unterstrich eindrucksvoll die Notwendigkeit, die Energiewende neu und vor allem pragmatisch zu denken – mit Augenmaß, technischem Realismus und ökonomischer Vernunft.

Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Deshalb bringen wir mit der Mittelstands- und Wirtschaftsunion (MIT) die Interessen und Forderungen des Mittelstandes im Sinne der sozialen Marktwirtschaft in die Entscheidungsgremien auf den verschiedensten politischen Ebenen ein, um das Engagement von kleinen und mittleren Unternehmen zu fördern und zu belohnen. Wenn auch Sie mithelfen wollen, werden Sie Mitglied https://www.mit-bund.de/mitgliedschaft